Bauverein Leer: Investitionen auch ohne Mieterhöhung

Der Bauverein Leer wird in diesem Jahr die geplante Mieterhöhung aufgrund der Corona-Krise nicht vornehmen. Trotz der fehlenden Mehreinnahmen soll aber an den geplanten Investitionen festgehalten werden. 

So werden in diesem Jahr 3 Millionen Euro in die Instandhaltung und Modernisierung der 1644 Wohnungen des Bauvereins ohne Kürzungen planmäßig investiert. Auch die Neubauprojekte werden fortgeführt. Das gibt der Vorstand des Bauvereins in einer Pressemitteilung bekannt.

Im Jahr 2020 hätte – wie zuvor in 2018 – eine moderate Erhöhung der Mieten auf der Agenda gestanden. Angesichts steigender Kosten für den Unterhalt und die permanente Modernisierung des Wohnungsbestandes ist das eine wirtschaftliche Notwendigkeit, um auch zukünftig guten und bezahlbaren Wohnraum zur Verfügung stellen zu können, so die Einschätzung des Vorstands. Man wolle aber in der aktuellen Krisensituation den Mietern keine weitere zusätzliche finanzielle Belastung, sei sie auch noch so klein, zumuten.

Keine Abstriche bei Instandhaltung und Modernisierung

Laut dem Vorstand plant der Bauverein mit jährlichen Ausgaben von 1,5 Mio. Euro für die Instandhaltung und weitere 1,5 Mio. Euro für die Modernisierung. Eine Strategie, die der Bauverein bereits seit einigen Jahren verfolgt.

Zu den größten Ausgabenpositionen zählt neben der Modernisierung von Bädern die energetische Sanierung von Mehrfamilienhäusern. Aktuell laufen umfangreiche Arbeiten an zwei Gebäuden in der Groninger Straße. Diese Maßnahmen sind nicht nur aus Gründen des Umwelt- und Klimaschutzes wichtig, sie führen laut Bauverein auch zu Ersparnissen und mehr Wohnkomfort bei den Mietern.

Der Bauverein kann nach Ansicht des Vorstands auf eine wirtschaftlich erfolgreiche Entwicklung zurückblicken und ist daher in der Lage, die geplanten Investitionen dieses Jahr auch ohne Mieterhöhungen zu tätigen. Dennoch bleiben auch in Zukunft angesichts steigenden Kostendrucks regelmäßige leichte Mieterhöhungen ein Thema bei der Genossenschaft.

Als Wohnungsgenossenschaft sei man seinen Mietern, die satzungsgemäß Mitglieder der Genossenschaft sind, verpflichtet, sicheren, guten und bezahlbaren Wohnraum zur Verfügung zu stellen, heißt es dazu von der Geschäftsführung.

Baustellen Löwenstraße am 06.05.2020

Neuer und bezahlbarer Wohnraum für die Zukunft

Der Bauverein leiste über seine Neubauprojekte einen Beitrag zur Verbesserung der Wohnraumversorgung im Landkreis. Dazu werde zum Teil auf Förderprogramme des Landes zurückgegriffen, um moderne und bezahlbare Wohnungen zu schaffen. Sein nach eigenen Angaben bisher größten Neubau errichtet der Bauverein in der Löwenstraße in Leer. Dort entstehen 38 barrierefreie Wohnungen mit einem Investitionsvolumen von bis zu 7,5 Mio. Euro. Anfang Dezember werden die ersten Mieter einziehen. Weitere Neubauten seien in Planung. Der Bauverein verfügt über zahlreiche bebaute und unbebaute Grundstücke, die sich für Neubauten von Wohnungen oder Nachverdichtungen anbieten.

Wohnqualität fördern durch Nachbarschaft

Neben der technischen und kaufmännischen Hausbewirtschaftung zählt der Bauverein zu seinen Aufgaben, die Wohnqualität auch durch die Entwicklung von nachbarschaftlichem Engagement zu fördern. Gemeinsam mit dem Verein „Nachbarschaftshilfe“ wird an Veranstaltungen, Beratungen und Hilfsangeboten für die Mieter gearbeitet. Dazu stehen beide Einrichtungen in einem engen Austausch miteinander. Aktuell wurde ein gemeinsames Hilfsangebot für die Nachbarn geschaffen, die in der Corona-Zeit in ihren Wohnungen bleiben und auf Hilfen beim Einkauf und bei Botengängen angewiesen sind.

Genossenschaftlicher Gedanke aktueller denn je

Für die Zukunft steht der Bauverein nach eigenen Angaben vor der Herausforderung, einerseits den vorhandenen Wohnungsbestand baulich auf gutem Niveau zu halten und andererseits neuen bezahlbaren Wohnraum zu schaffen und dabei zu jedem Zeitpunkt die Wirtschaftlichkeit zu gewährleisten. Als Genossenschaft sei man dafür in Zukunft gut aufgestellt, so der Vorstand. In der aktuellen Ausgabe der Mieterzeitschrift „Treffpunkt“ heißt es dazu: „Der genossenschaftliche Gedanke, der unsere Gründungsmitglieder bereits 1913 bewegte, ist in Zeiten wie diesen aktueller denn je.“

Bauverein, Instandhaltung, Miete, Modernisierung